Prüfungsprotokoll Hannover: Pneumonie

Bild zeigt eine Ärztin, die Fachbegriffe und Abkürzungen auf Deutsch ausspricht. Wichtige Vorbereitung für die FaMed-Prüfung mit Fokus auf korrektes Buchstabieren von Namen und Medikamenten auf Deutsch.

Prüfungsprotokoll Hannover: Pneumonie/COPD

In diesem speziellen Prüfungsprotokoll teilt eine Ärztin ihre umfassenden Erfahrungen nach der Ablegung der Prüfung in Hannover mit. Ihr detaillierter Bericht steht zur Verfügung, um euch wertvolle Einblicke zu verschaffen. Um sicherzustellen, dass ihr das Maximum aus diesem Prüfungsprotokoll zieht und euch optimal darauf vorbereiten könnt, haben wir das Dokument leicht überarbeitet. Auf diese Weise könnt ihr euch zu 100% auf Rechtschreibung und Grammatik verlassen.

Prüfungsprotokolle spielen eine entscheidende Rolle bei der gezielten Vorbereitung auf die medizinische Fachsprachprüfung. Wir schätzen die Zusammenarbeit mit euren Prüfungsprotokollen sehr, da sie es angehenden Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Das Prüfungsprotokoll 

Leticia: “Ich möchte mich zuerst bei dir bedanken, Nina. Alle deine Tipps waren toll, deswegen hat mir die Kommission gratuliert.” 

Fall in der Prüfung:

Herr Karl May // 51 Jahre // 76 kg // 1,69 m

Der 51 jährige Patient, Herr Karl May geb. am 02.11.1972, stellte sich wegen Cephalgie, Rhinitis sowie hohem Fieber in unserer Notaufnahme vor. Der Patient berichtet über seit 10 Tagen bestehende, drückende Cephalgie, die auf einer Schmerzskala bei 3-4 liegt. Außerdem klagte der Patient über Rhinitis mit gelbem Schleim sowie trockenen Husten. Der Patient erklärt, dass eine Schluckstörung aufgrund von Schmerzen aufgetreten sei. Seit 3 Tagen ist ein Fieber, das mit 39,4 C gemessen wurde, in Begleitung von Schüttelfrost sowie Hyperhidrosis aufgetreten. Der Patient erzählt, dass sich die Beschwerden nach der Einnahme von Paracetamol (2 Tabletten) gelindert hätten (Fieber von 39,4 auf 38,2 C sowie regrediente Cephalgie). Zudem seien die Beschwerden in Begleitung von Lumbalgie und Schmerzen in den unteren Extremitäten aufgetreten.   

Die vegetative Anamnese ist unauffällig bis auf Nachtschweiß aufgrund des Fiebers. 

Als Vorerkankungen und Voroperation seien bei dem Patienten bekannt: 

1) Arthritis Urica vor 10 Jahren in Remission aufgrund veganer Ernährung sowie täglichem Sport Treiben. Der Patient wurde 5 Jahre lang nach dem ersten Gichtanfall mit Zyloric 500 mg behandelt. 

2) Sekundäre Hypothyreose vor 1 Jahr aufgrund Z.n. Thyroid Karzinom, das mit einer Total Thyreoidektomie behandelt wurde. 

3) Varikose vor 3/4 Jahr

Die Medikamentenanamnese ergab die Einnahme von:

  • 10 Vitamin B12 Flaschen alle 3 Monate nach Untersuchung beim Hausarzt

Der Patient reagiert allergisch auf Penicillin und Cefazolin. Die Allergien äußern sich als Pruritus sowie Exanthem bei Penicillin und nur Pruritus bei Cefazolin. 

In der Familie fanden sich bei der Mutter eine unklare Demenzerkrankungen sowie eine Arrhythmie und bei dem Vater ein Bronchialkarzinom, der daran verstorben sei. 

Der Patient sei verheiratet, habe gesunde Zwillinge und keine Geschwister. Er arbeite zurzeit in einem veganen Restaurant. 

Die Frage nach den Lebensgewohnheiten ergab, dass der Patient seit 10 Nichtraucher sei. Davor habe er 50 Packungsjahre geraucht. Er trinke zweimal pro Jahr 1 Bier oder Wein. Die Frage nach Drogen ergab, dass er vor 25 Jahren ein paar Mal Cannabis geraucht habe. 

Ich habe einen Verdacht auf eine Exazerbation einer undiagnostizierten COPD.

Als Differentialdiagnosen kommen eine Covid-19 Infektion, ein infektiöse Mononukleose, ein Bronchialkarzinom und eine Tuberkulose in Betracht. 

Zur weiteren Abklärung empfehle ich die folgende Maßnahmen: 

Körperliche Untersuchung: 
Inspektion des Körpers 
Auskultation des Thorax
Palpation der Halslymphknoten sowie des Abdomens 
Perkussion des Thorax und des Abdomens 

Blutwerte: 
BB, Differentialblutbild (Linksverschiebung?), Entzündungsparameter, Nierenwerte, Leberwerte, Harnstoff, Serologie EBV

Rachenabstrich: Covid-19 PCR

Sputumkultur: an 3 aufeinander folgenden Tagen

Röntgen-Thorax

ggf. CT des Thorax

Spirometrie

Wenn sich die Diagnose bestätigt, schlage ich folgenden Therapiemaßnahmen vor: 

1) Bettruhe
2) orale Flüssigkeitssubstitution 
3) Antibiotika (hängt von den Laborwerten ab)

“Fehler” während der Anamnese:  

“Ich habe den Patienten gefragt, wie stark die Paracetamol waren, die er eingenommen hat? Die Oberärztin sagte, dass Paracetamol nur 500 mg existiert, kein 1 gr. Ich antwortete “doch”, und sie war genervt.  

Die Lehrerin sagte, ich habe zu viel gefragt und die Zeit nicht kontrolliert. Der Patient erzählte viel von selbst, ohne Fragen. 

Ich habe ihm gesagt, dass er an COPD statt Pneumonie leide. 

Ich habe ihm gesagt, dass ein Röntgenbild des Brustkorbs nötig ist. Er hat gelacht und ich sagte ein Röntgen-Thorax. Die Zeit war um, deswegen konnte ich ihn nicht über Röntgen-Thorax aufklären.  

Ich habe gefragt, ob er das Ibuprofen in der Apotheke kaufen konnte, ohne oder mit Rezept. Deswegen wollte, ich etwas über die Ibuprofen-Dosierung erfahren. 

Arzt-Arzt-Gespräch:

Ich wurde häufig bis immer unterbrochen und konnte keinen Satz beenden. 

Die Oberärztin begann mit dem Hinweis: Ein Krankenpfleger hat mir den Patienten schon vorgestellt und er gehört nicht zu uns. Sind Sie damit einverstanden? 

Fehlende Fachbegriffe: 

  • Schluckstörung aufgrund von Schmerzen anstatt Odynophagie
  • Gicht/Gichtanfall statt Arthritis urica oder Hyperurikämie
  • Unklare Demenzerkrankungen statt undiagnostizierte Demenzerkrankung

Ich habe auch nicht Pneumonie als Verdachtsdiagnose geschrieben und ich habe Pneumonia mit englischer Aussprache ausgesprochen. Die Prüfer haben mich hier intensiv darauf hingewiesen, dass die deutsche Aussprache sehr wichtig sei, da es eine Deutschprüfung und keine Englischprüfung sei.

Anmerkung ärztesprech: 

Liebe Ärztinnen und Ärzte, es ist wichtig, dass ihr bei der Verwendung von Fachbegriffen und Abkürzungen stets die deutsche Aussprache verwendet. Auch das Buchstabieren von Namen oder Medikamenten sollte in deutscher Sprache erfolgen. Diese Praxis ist besonders relevant für Ärztinnen und Ärzte, die sich auf die FaMed-Prüfung vorbereiten. Während dieser Prüfung ist das Buchstabieren des Patientennamens während der Patientenübergabe erforderlich.

Jedes Prüfungsprotokoll ist hilfreich. Sendet uns eure Prüfungsprotokolle an info@aerztesprech.de, so können wir immer wieder ein anderes Prüfungsprotokoll korrigieren und hochladen.

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