Indirekte Rede im Arztbericht

Indirekte Rede im Arztbericht

Warum ist indirekte Rede im Arztbericht so wichtig?

Im Arztbrief geht es nicht darum, Gespräche zu „erzählen“.
Du dokumentierst medizinisch relevante Aussagen und zwar sachlich, neutral und überprüfbar.

Gerade in der Fachsprachprüfung (FSP) und in der FaMed-Prüfung achten Prüfer genau darauf, ob du Patientenaussagen korrekt und professionell wiedergibst.

 

 


Das Grundprinzip der indirekten Rede im medizinischen Schreiben

 

Indirekte Rede bedeutet:
Du gibst eine Aussage wieder, ohne sie wörtlich zu zitieren.

Dafür brauchst du meistens:

  • ein Einleitungsverb

  • den Konjunktiv I oder II oder eine dass-Konstruktion


 

Typische Einleitungsverben im Arztbrief

Diese Verben solltest du sicher beherrschen, besonders für die Patientenvorstellung und den Arztbrief:

  • angeben

  • berichten

  • schildern

  • verneinen

  • bestätigen

  • erklären

 

Beispiele

  • „Der Patient gibt an, er habe seit drei Tagen Fieber.“

  • „Die Patientin berichtet, sie verspüre Schwindel.“

  • „Der Patient verneint, dass Vorerkrankungen bestehen würden.“

👉 Beachte, dass diese Verben NICHT im Konjunktiv I angegeben werden dürfen! 

 


Konjunktiv I – dein wichtigstes Werkzeug

 

Der Konjunktiv I zeigt klar:
Das ist die Aussage des Patienten, nicht deine eigene Einschätzung.

 

Häufige Formen im medizinischen Kontext

VerbKonjunktiv I
seinsei
habenhabe
werdenwerde
kommenkomme
nehmennehme
 

 

Beispiele

  • „Er sei gestürzt.“

  • „Sie habe Rückenschmerzen.“

  • „Er nehme keine Medikamente ein.“


 

Wenn Konjunktiv I nicht eindeutig ist: Konjunktiv II

 

Wenn wir den Plural verwenden ist der Konjunktiv I identisch mit dem Indikativ:

❌ „Sie sagt, die Schmerzen haben plötzlich angefangen.“
→ Klingt wie direkte Rede.

✔ Besser:
„Sie gibt an, die Schmerzen hätten plötzlich angefangen.“

 


Die „dass“-Variante – sicher und prüferfreundlich

 

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, nutze:
Einleitungsverb + dass + normaler Satz

 

Beispiele

  • „Der Patient gibt an, dass er seit zwei Tagen Husten habe.“

  • „Die Patientin berichtet, dass die Schmerzen nachts stärker seien.“

 

👉 Achte in diesem Satzkonstrukt immer auf die richtige Position des Verbes!


 

Typische Fehler in der Fachsprachprüfung (bitte vermeiden)

 

Verwendung des Konjunktiv I bei Verben zur Einleitung der Redewiedergabe
„Der Patient sage, er habe Schmerzen.‘“
✔ Richtig: „Der Patient sagt, er habe Schmerzen.‘“

 

Indikativ im Plural 
„Der Patient gibt an, dass seine Eltern verstorben sind.“
✔ Richtig: „Der Patient gibt an, dass seine Eltern verstorben seien.“

Konjunktiv und Indikativ mischen:
„Der Patient sei Lehrer und ist verheiratet.“
✔ Richtig: „Der Patient sei Lehrer und (sei) verheiratet.“

 


Fazit: Indirekte Rede = professionelle medizinische Sprache

 

Die indirekte Rede ist dein Werkzeug für Distanz, Klarheit und Professionalität.
Sie zeigt, dass du sauber zwischen Patientenaussage und eigener Einschätzung trennst und genau das erwarten Prüfer in der Fachsprachprüfung und FaMed.

 

Du möchtest wissen, ob du die direkte Rede richtig anwendest? Dann buche unsere Arztbriefkorrekturen für die FSP oder Arztbriefkorrekturen für die FaMed

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